Bedeutende Gebäude, Denkmäler & Skulpturen in Mettmann - "Erinneringe" - das wachsende Denk-Mal



Unser gemeinsames Gedächtnis - es kann nicht starr in Bronze gegossen werden. Es ändert sich, es verändert sich täglich, monatlich, jährlich. In 1100 Jahren Mettmann ist Geschichte entstanden, die ein gleichaltriger Baum in seinen Jahresringen nur andeuten könnte. Dennoch enthält ein Jahresring unendlich viele Informationen über die Menschen, ihre Lebensbedingungen, über das Umfeld, über Wohlfühlen und Leiden, über Veränderungen und Bestand.

Mettmanns "Erinneringe" auf dem Lavalplatz der Neanderthalstadt sind ein wachsender Gedächtnisbaum. Sie sind das wohl erste und einzige wachsende Denk-Mal in Deutschland.

Die Skulptur der Künstlerin Elke Tenderich-Veit, in Bronze gegossen, besteht zunächst aus einem Sockel, der stilisiert einen in ca. 1,20 m Höhe über dem Erdboden abgesägten Baum darstellt. Die horizontale Schnittfläche mit einem Durchmesser von ca. 1,50 m zeigt symbolisch Jahresringe der Vergangenheit - wobei man 1100 bestenfalls andeuten kann. Eine kleine Zahl wichtiger Stationen der Mettmanner Historie ist stichwortartig einzelnen stilisierten Ringen zugeordnet.
Den oberen Rand des "Baumstumpfes" umgibt ein ca. 15 cm hoher Ring, der jeweils aktuelle "Erinnering". Darauf werden die 4 wichtigsten Ereignisse beschrieben (eingraviert oder aufgetragen), die sich im letzten Jahr in Mettmann begeben haben.

Die Inschrift wird am Ende eines Jahres vorgenommen und verbleibt an Ort und Stelle für genau 1 Jahr. Am Ende des nächsten Jahres wird der "Erinnering" entfernt und ein neuer Ring mit den 4 wichtigsten Ereignissen des nächstfolgenden Jahres angebracht. Der Erinneringe-Sockel erhält also in jedem Jahr einen neuen Jahres-Erinnering.
Die abgelaufenen Jahresringe werden neben dem Erinneringe-Sockel "archiviert". So entsteht ein zweites Objekt, ein wachsendes Denk-Mal, eine Mini-Chronik aus Erinneringen.
Die 4 wichtigsten Ereignisse eines Jahres werden letztlich von der Mettmanner Bevölkerung bestimmt. Der Stadtmarketing-Arbeitskreis "Neanderthalstadt Mettmann", offen für alle interessierten und engagierten Bürger, arbeitet am Ende eines Jahres 10 Vorschläge aus. Die Mettmanner Bevölkerung stimmt im Januar über die 4 Top-Ereignisse ab - über die örtlichen Medien, Presse usw. Danach werden die ausgewählten Ereignisse unmittelbar auf dem Jahres-Erinnering angebracht.
Der künstlerische Entwurf stammt von der Bildhauerin Elke Tenderich-Veit - die u.a. auch den "Neanderthaler im Kreis" an der Talstraße zusammen mit Richard Bödeker entworfen und realisiert hat - nach einer Idee des Mettmanners Bernd Günter und in gemeinsamer konzeptioneller Arbeit des Stadtmarketing-Arbeitskreises "Neanderthal-Stadt Mettmann".
Mettmanns "Erinneringe" wurden am Samstag, den 27. November 2004, aufgestellt und eingeweiht. Es ist das Geschenk des Stadtmarketing-Arbeitskreises an die Mettmanner Bürger aus Anlass des 1100jährigen Stadtjubiläums. Eine Erläuterungstafel ist unmittelbar neben dem Objekt auf dem Lavalplatz aufgestellt.
Die Kosten des Objektes wurden von Sponsoren getragen, in erster Linie von der Fa. Georg Fischer, der Kunstgießerei Kayser und der Heimatvereinigung Aule Mettmanner. Die in jedem Jahr neu zu bearbeitenden und anzubringenden Jahresringe sollen von privaten Stiftern finanziert werden, deren Namen auf "ihrem" Erinnering mit eingraviert werden und so dauerhaft erhalten bleiben. Es ermöglicht jedem Mettmanner und jeder fördernden Institution, auch auf diese Weise "im Gedächtnis" seiner Mitbürger zu bleiben. Jeder M